Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Viktor Moritz

Viktor Moritz

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Deutschland
Geburtsort 
Rhina
Beruf 
Händler
Deportationsdatum 
1941 November 11
Unterbringung/Inhaftierung 
Minsker Ghetto
Schicksal 
Todesdatum und -umstände unbekannt
Berichtsart 
Familiengeschichte

Die Familie Viktor stammte aus dem hessischen Rhina. Diese damals zu Preußen gehörende Gemeinde wies die Besonderheit auf, dass bis in die 1920er Jahre die Mehrheit der Bevölkerung jüdisch wahr. (https://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/p-r/1662-rhina-hessen) Die Brüder Moritz, geb. 26.09.1893, und Isidor Viktor, geb. 22.11.1894, wurden als Söhne einer alten jüdischen Rhinaer Familie geboren.

Der Vater Samuel Viktor betrieb ein Kolonial- und Eisenwarenhandlung in Rhina, verstarb jedoch früh. Nach dem Tod des Vaters übernahmen die beiden Brüder das Geschäft gemeinsam. In Folge des ersten Boykotts gegen jüdische Geschäft 1933 mussten die Brüder ihr Geschäft jedoch aufgeben.

Moritz Viktor hatte bereits am 14.08.1930 mit seiner Frau Irma Viktor, am 22.04. 1896 als Irma Rosenthal geboren, den gemeinsamen Sohn Kurt bekommen.

In der Folge der Pogrome im November 1938 wurde der Bruder Isidor verhaftet und unter der Nummer 26689 bis zum 12. Dezember des Jahres im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Um der nun stetigen Bedrohung in Rhina zu entgehen und den Schutz der Anonymität der Großstadt suchend, verzog die Familie Moritz Viktors nach Frankfurt am Main in den Beckerweg 22. Die letzte Anschrift der Familie war das sogenannte Judenhaus in der Hebelstraße 13/II. Von hier aus wurden sie, mit mehr als 1000 weiteren Juden in die Frankfurter Großmarkthalle gebracht und am 11./12. November 1941 ins Minsker Ghetto deportiert. In Minsk verliert sich ihre Spur, so, dass Familie Viktor nach dem Krieg für Tot erklärt wurde.

Rhina war bereits im März 1939 für „judenfrei“ erklärt worden.

Quellen:

http://www.alemannia-judaica.de/rhina_synagoge.htm

https://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=1907322&_ffmpar[_id_inhalt]=2004833

https://www.fuldaerzeitung.de/regional/huenfeld/stolpersteine-in-rhina-verlegt-erinnerung-an-ermordete-juden-EA9367071

http://www.hassia-judaica.de/Orte/Hersfeld/Ehem_Schueler_der_Alten_Klosterschule/Holocaustopfer.pdf

https://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/p-r/1662-rhina-hessen

http://www.stolpersteine-frankfurt.de/downloads/Doku%202004.pdf

Erstellt von Ronny Langner