Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Brasch Hedwig

Brasch Hedwig

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Deutschland
Geburtsort 
Bruss
Beruf 
Geschäftsführerin
Deportationsdatum 
1941 November 10
Unterbringung/Inhaftierung 
Minsker Ghetto
Schicksal 
Todesumstände unbekannt
Berichtsart 
Familiengeschichte

Das Mode- und Manufakturwarengeschäft Gebrüder Bluhm im Haus Gumbertstraße 167 in (Düsseldorf-)Eller wurde 1910 von Louis und Isidor Bluhm gegründet. Der große Laden wurde schnell bekannt und florierte, zumal der Weg zu vergleichbaren Angeboten in die Innenstadt weit war. Bluhms verkauften Stoffe, Kleidung, Handtücher, Wäsche und Kurzwaren aller Art. Die Töchter von Louis und Martha Bluhm – Johanna und Herta, gen. Hedwig (geb. 1896 in Bruss) – verbrachten ihre Jugend in Eller. Als Louis am 27. Februar 1918 verstarb, wurde das Geschäft von seiner Ehefrau und der Tochter Hedwig weitergeführt.

Hedwig heiratete 1920 den Kaufmann Salomon (Felix) Brasch, der als Prokurist in die Firma eintrat. Ihr erstes Kind, Alfred, starb bereits im Alter von sechs Jahren. Am 3. März 1926 wurde Sohn Ludwig (Lutz) Brasch geboren. Er besuchte zunächst die katholische Volksschule auf der Bernburger Straße, 1935 musste er auf die in der Düsseldorfer Innenstadt eröffnete Jüdische Volksschule wechseln.

Wohnung und Geschäft mussten 1933 von der Gumbertstraße 167 ins Haus Gumbertstraße 91 verlegt werden. In der Pogromnacht vom 10. November 1938 schlugen SA-Männer die Schaufensterscheiben des Geschäftes ein, zerstörten die Ladeneinrichtung und warfen die Waren auf die Straße. Dann drangen sie in die Wohnung ein, wo der 12-jährige Lutz mit hohem Fieber lag, und schlugen dort alles kurz und klein. Danach war die berufliche Existenz der Familie vollkommen zerstört. 1939 musste die Familie Brasch ins „Judenhaus“ in der Grimmstraße 36 umziehen. Von dort wurden Salomon, Hedwig und Lutz Brasch am 10. November 1941 in das Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Erstellt von Hildegard Jakobs